Das Ziel: Neue Soziale Partnerschaften anbahnen

Wie funktioniert ein „Marktplatz“?

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Eine Stadt in Deutschland: Vertreter von jeweils vierzig gemeinnützigen Organisationen und Wirtschaftsunternehmen kommen im großen Saal der Handelskammer zusammen. Anders als beim üblichen Wochenmarkt werden an diesem Nachmittag keine handfesten Produkte feilgeboten sondern „Engagementangebote“. Unternehmen aller Größen bieten alles an – alles außer Geld: Persönlicher Einsatz von Firmen-Mitarbeitern, deren fachliche Kompetenz oder logistische Unterstützung.

Angeregt durch den lebhaften Moderator gibt es in einem Rahmen von zwei Stunden viele lebendige neue Begegnungen. Die Anwesenden prüfen Unterstützungsangebote und –nachfragen. Sie treffen Vereinbarungen unterschiedlichster Art. Zum Marktplatzschluss wird ein ausgehandeltes Engagementvolumen im Geldwert von 175.000 € als Ergebnis verkündet. Es ist die Grundlage geschaffen für zukünftige Engagementpartnerschaften – zum Wohle der Beteiligten und des Gemeinwesens.

Die Bertelsmann Stiftung möchte mit dem Projekt „Gute Geschäfte“ erreichen, dass dieses Marktplatz-Szenario für die Anbahnung von Kooperationen zwischen Wirtschaftsunternehmen und gemeinnützigen Initiativen in Deutschland nicht länger ungewöhnlich bleibt.  Auf diese Weise will die Stiftung gute Rahmenbedingungen für den gesellschaftlichen Austausch der lokalen und regionalen Akteure schaffen. Die Marktplatz-Methode ist dabei eine Chance, wie mit Qualität auf niedrigschwelliger Ebene effizient, transparent und flexibel solche Partnerschaften angebahnt werden können.

Das Projekt „Gute Geschäfte“ ist getragen von der Idee, dass solche neuen sozialen Partnerschaften vor dem Hintergrund des deutschen Sozialstaatsmodells keine Alternative zu den üblichen Leistungsangeboten darstellen. Sie sind aber eine unverzichtbare Ergänzung, wenn wir alle gesellschaftlichen Möglichkeiten für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft nutzen wollen.

Den Formen und Inhalten des vereinbarten Engagements sind auf einem Marktplatz keine Grenzen gesetzt . Das Ergebnis kann so vielfältig sein wie die gemeinnützigen Organisationen und ihre Unterstützungsnachfragen und wie die beteiligten Unternehmen. Hier einige praktische Kooperationsmöglichkeiten:

  • Ein Erste-Hilfe-Club sucht Trainingsräume. Ein Unternehmen stellt für diesen Zweck Räume zur Verfügung. Dafür erhalten drei seiner Mitarbeiter unentgeltlich ein Erste-Hilfe-Training.
  • Eine Schule erhält Unterstützung bei der Suche nach Praktikumsplätzen für ihre Schüler durch eine Zeitarbeitsfirma, die hierdurch neue Kontakte zu Unternehmen knüpfen kann.
  • Ein Sportverein mit finanziellen Problemen findet einen Schatzmeister, der ihnen bei der Organisation ihrer Buchführung hilft. Dies gibt dem jungen Buchhalter erste exzellente Praxiserfahrungen.

Es handelt es sich bei den ausgehandelten Arrangements nicht um „Einbahnstrassen“. Es ergeben sich vielmehr „Win-Win-Situationen“, weil auch die Non-for-Profit-Organisationen den Unternehmen interessante Offerten machen können. So unterschiedlich diese Angebote auch sein können, sie fußen letztlich auf der Vorstellung,  dass die angestrebte gemeinschaftliche Arbeit für Menschen aus der Firmenwelt von großem Nutzen ist. Die neuen Kooperationserfahrungen bringen sie in ihren Arbeitsalltag zurück, sie erweitern ihren Horizont, schärfen ihr gesellschaftliches Bewußtsein und ihre Fähigkeit, mit zwischenmenschenlichen Situationen differenzierter umzugehen.

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